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Frauenfußball – kleine aber feine Unterschiede

München, 18.04.2014

Muss sich ein Fußballtraining für Frauen von dem der Männer unterscheiden? Die weit verbreitete Meinung ist: nein, Fußball bleibt Fußball und die Anforderungen an die Spielerinnen und Spieler sind dieselben. Folglich muss auch das Training die gleichen Elemente beinhalten. Während das für bestimmte grundlegende Bereiche, wie z.B. Torschuss, Ausdauer, Passspiel, etc., mit Sicherheit richtig ist, gibt es dennoch Unterschiede.

Thorsten Zaunmüller ist Co-Trainer der Bundesligamannschaft des FC Bayern München. Seine Erfahrung ist, dass Frauen wesentlich besser als ihre männlichen Kollegen
sind, wenn es um Eigenschaften wie Rhythmisierung und Kopplungsfähigkeit geht. Schwieriger tun sie sich hingegen unter anderem mit Orientierungsfähigkeit, Koordination und peripherem Sehen.
Natürlich lässt sich über solche allgemeinen Aussagen streiten, aber der Erfolg von Thorstens Trainingsmethoden und seiner Philosophie geben ihm recht.

Absolviert man ein völlig identisches Training, würde man laut Thorsten Zaunmüller einen gewissen Prozentsatz von dem, was man erreichen könnte, verschenken. Er sieht die Unterschiede als Chance, um gezielt an den Schwächen zu arbeiten und die Stärken umso intensiver herauszuarbeiten.
Konkret bedeutet das: Ein speziell auf die Stärken und Schwächen der Frauen zugeschnittenes Fußballtraining ist deutlich effektiver als ein Training, das diese Faktoren außer Acht lässt.

Nehmen wir zum Beispiel das Techniktraining. Matthias Nowak ist seit mehr als zehn Jahren Techniktrainer. Er betreut verschiedene Profis im Individualtraining und ist für das Technik- und Kreativtraining der Frauen-Bundesligamannschaft des FC Bayern München zuständig. Sein Ansatz zielt darauf ab, die oben angesprochenen Vorteile der Frauen, in diesem Fall die Rhythmisierungsfähigkeit, gezielt zu fördern und für das Erlernen und Trainieren fußballspezifischer Bewegungen einzusetzen.

Sein Bewegungskoordinationstraining verbessert sowohl die koordinativen als auch die kognitiven Fähigkeiten der Spielerinnen. Es verbindet Technik und Ballgefühl mit rhythmischen Bewegungen. Dadurch hilft dieses Training, den Spielerinnen ein Gefühl für den Rhythmus von Bewegungen zu entwickeln und zu fördern. Elegante, flüssige und geschmeidige Bewegungsabläufe können dadurch „erworben“ werden. Das Ergebnis sind fußballspezifische Bewegungsabläufe, die rhythmisch erlernt werden und perfekt auf die optimalen, individuellen Bewegungsmuster der einzelnen Spielerinnen zugeschnitten sind.

Denn viele Trainingsphilosophien orientieren sich an Idealbildern für Bewegungen und Tricks, die nur schwer nachzumachen sind. Der Ansatz von Thorsten und Matthias ist deutlich effektiver: Jede Spielerin hat ihr eigenes Bewegungsoptimum. Dieses gilt es zu fördern und mit effektiven Übungen regelmäßig zu trainieren.

Ihren Ansatz haben Thorsten Zaunmüller und Matthias Nowak nun in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie für Sport und Training 1x1SPORT auf dem Film „Innovatives Frauen-Fußballtraining“ veröffentlicht. Es werden die Schwerpunkte Koordination, Orientierung und Technik behandelt. Der Film soll Trainern dabei helfen, ein effektives Training für Frauenmannschaften zu erstellen. Das heißt natürlich nicht, dass die Übungen, trotz der oben angesprochenen Unterschiede, nicht auch die ein oder andere Herrenmannschaft nach vorne bringen kann. Dann sollte man allerdings etwas mehr Geduld mitbringen. Denn nach Thorstens Erfahrung gibt es einen weiteren Unterschied: neue Übungen laufen bei den Frauen besser und werden von ihnen schneller umgesetzt als bei ihren männlichen Kollegen.

Das Presse-Paket mit Bildern und der Presse-Mitteilung im PDF-Format finden Sie zum Download auf den jeweiligen Seiten der DVD’s.

Presse-Paket